Meine Eindrücke vom ANZAC Day

Hallöchen,

Mal direkt vor ab, damit sich keiner wundert: ich bin immer noch in Cairns, da das Auto dass ich eigentlich kaufen wollte den hiesigen TÜV nicht bestanden hat und die Reparationskosten zu hoch gewesen wären.  Nun schaue ich mich also nach einem anderen Auto um und sobald ich ein passendes gefunden habe wird es dann auch losgehen.

Nun zum eigentlichen Thema: Heute war der so genannte ANZAC Day, ein Nationalfeiertag bei dem allen Soldaten, die seit dem ersten Weltkrieg im Einsatz gestorben sind, gedenkt wird. Morgens früh um halb sechs gab es hier eine Zeremonie am Cairns War Memorial bei der Reden gehalten, Kränze niedergelegt und Schweigeminuten gehalten wurden auf die die Nationalhymnen Neuseelands und Australiens folgten.

So wie ich es verstanden habe war das so früh angesetzt damit es noch vor der Morgendämmerung beginnt und nach dem Sonnenaufgang aufhört (der heute vom Regen begleitet wurde). Der Tag (25. April) und dieser bestimmte Zeitpunkt wurden ausgewählt, weil sie den ersten Einsatz des ANZAC im ersten Weltkrieg repräsentieren. Da es mich einfach mal interessiert hat wobei es sich dabei handelt, bin ich also auch früh morgens aufgestanden und da hin gelaufen, es war ja nur etwa zwei Minuten von meinem Hostel entfernt. Und ich war schon echt beeindruckt, dass in aller Herrgotts Frühe locker um die 1000 Menschen oder vielleicht sogar mehr gekommen waren!

Des Weitern muss ich schon sagen, dass es sehr interessant war wie hier mit dem Militär und Kriegen umgegangen wird, da ich das selbstverständlich so überhaupt nicht aus Deutschland kenne.
Vormittags gab es dann auch noch eine Parade bei der ich folgende Bilder geschossen habe:

Ein mulmiges Gefühl hatte ich dabei doch schon irgendwie. Die Stadt war in Festtagsstimmung und die Kinder haben ihren Papas ganz freudig zugewunken während deren Mutter meinte: „Schau mal Süße, da ist der Papa“. Solche Bilder kenne ich höchstens aus dem Geschichtsunterricht, alten Postkarten meiner Vorfahren oder aus Filmen.

Da Australien natürlich nicht dieselbe Geschichte wie Deutschland hat, wird hier mit dem Militär auch ganz anders umgegangen (man könnte fast schon vom einem Hype sprechen). Es gibt die sogenannte Legende der ANZAC’s, auch der ANZAC Spirit (der Geist der ANZAC’s) genannt, die das vorbildhafte Verhalten derjenigen Soldaten beschreibt, die in Galipolli (1.Weltkrieg) zwar nicht gewonnen haben, aber im Kampf ihren Mut, ihre Ausdauer, ihre Initiative, ihre Courage und ihren Teamgeist bewiesen haben sollen.

Ich will das jetzt nicht unbedingt als Propaganda oder so bezeichnen aber eines möchte ich dazu sagen:

Wenn es dasselbe in Deutschland geben würde und auf einmal Mitglieder des Militärs Paraden abhalten würden, dann würde ich ganz klar den Kopf schütteln und mich fragen was da jetzt abgeht. Und das liegt schlicht und ergreifend an unserer Geschichte. Ist also mal ganz interessant zu sehen wie das in anderen Ländern so ist.

Was genau ich damit ausdrücken will ist mir auch nicht so ganz klar, aber ich dachte mir ich könnte euch ja ganz einfach mal über meinen Eindruck davon berichten. 🙂 Bevor ich nach Australien kam habe ich übrigens noch nichts davon gewusst das hier so ein großer Feiertag ist. Wie gesagt, das war mal ganz interessant das so zu sehen.

Morgen werdet ihr etwas über eine sehr interessante Unterhaltung erfahren, die ich heute im Waschsalon mit einem Indonesischen Typen hatte. Dabei ging es vor allem um die Unterschiede unserer beiden Länder: von Infrastruktur zu Bildung über Religion und die Rolle der Frau in der Gesellschaft bis hin zur Informationsbeschaffung  und Fernsehprogrammen. War echt eine aufregende Diskussion, mehr davon gibt es Morgen.

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